Kinder stärken im Umgang mit neuen Medien – dieses Anliegen stand im Mittelpunkt eines Info-Abends für Lehrende, Erziehende, Eltern und Jugendliche, zu dem SPD-Landtagsabgeordnete Hannelore Klamm und der SPD-Ortsverein nach Limburgerhof eingeladen hatten. Katja Friedrich, Medienpädagogin und Geschäftsführerin von medien+bildung.com, informierte die rund 30 Zuhörer und Zuhörerinnen über Möglichkeiten der Medienerziehung in Kindergärten, Kitas und Schulen.
Schon mehrmals hatte Abgeordnete Hannelore Klamm zu solchen Informationsveranstaltungen zum Umgang mit Medien eingeladen. „Gerade das Thema Medienerziehung ist mir besonders wichtig“, betont sie. „Hier müssen wir alle am Ball bleiben, um mit den ständigen Veränderungen Schritt zu halten. Die Landesregierung hat das Programm „Medienkompetenz macht Schule“ aufgelegt, damit konnten viele Schulen im Land mit Materialien und Geräten ausgestattet werden. Genauso wichtig ist aber, inhaltlich auf dem Laufenden zu sein. Daher freue ich mich über den regen Zuspruch bei diesen Info-Abenden.“
„Kinder und Jugendliche sind heute dem Einfluss von Medien zwangsläufig ausgesetzt“, bestätigt auch Katja Friedrich. „Wir können diesen Einfluss weder ganz unterbinden noch rückgängig machen. Unser Ziel als Eltern und Erziehende muss es daher sein, sie fit zu machen im Umgang mit Medien.“ Sie ermutigte die Lehrenden genauso wie Eltern, sich mit Technik und Inhalt der Medien zu beschäftigen, die ihre Kinder nutzen. „Sagen Sie Ihre Meinung, wenn Sie etwas unästhetisch finden, und fragen Sie nach, welche Spiele Ihre Kinder spielen und was sie sich im Internet ansehen“, sagte die Medienpädagogin. Sie beschrieb die Chancen und positiven Aspekte von Mediennutzung und Computerspielen – verbesserte Hand-Auge-Koordination, die Ausbildung des räumlichen Vorstellungsvermögens, das Erlernen von Regeln oder die Verarbeitung von Informationen, verschwieg aber gleichwohl nicht die Risiken. Pornographie, Gewalt und Rechtsextremismus seien reale Gefahren, denen Kinder und Jugendliche im Netz begegneten. Computerspiele bärgen die Gefahr von Sucht, emotionaler und sozialer Überforderung. Umso wichtiger sei es, Kindern Werkzeuge an die Hand zu geben, wie sie diese Gefahren erkennen und einschätzen könnten.
Die Aufgabe von medien+bildung.com, einer Tochter der Landesmedienanstalt, beschrieb die Referentin dann auch darin, Lehrende und Erziehende bei der Medienarbeit in ihren Institutionen zu unterstützen. Zahlreiche Projekte, von einem vertonten Fotobuch für die Kleinen bis hin zu Film- und Radioprojekten in weiterführenden Schulen, fördern den kreativen und selbstbewussten Umgang mit Medien. In einem geschützten Raum innerhalb des Internets soll Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit verschafft werden, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und so für den künftigen Umgang gestärkt zu werden. Nicht überrascht zeigten sich die Zuhörer von einer im Vortrag zitierten Studie: „Für Gespräche über Medieninhalte werden Lehrer von Kindern und Jugendlichen nicht als geeignete Gesprächspartner angesehen“, erklärte Katja Friedrich und gab auch gleich Adressen und Info-Material mit auf den Weg, um dies zu ändern. Besonders ans Herz legte sie den Anwesenden den „Club medienpädagogischer Erzieherinnen“ (www.mec-rlp.de) und die Initiative „Medienkompetenz macht Schule“ der Landesregierung Rheinland-Pfalz, zu erreichen unter http://eltern.medienkompetenz.rlp.de. Auch bei http://www.medienundbildung.com können sich Schulen, Kitas, andere Bildungseinrichtungen und Eltern informieren, die ein Medienprojekt planen, einen medienpädagogischen Elternabend durchführen wollen oder einfach Beratung zum Thema Medien brauchen.